Februar 2008 - dieplattelebt

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Februar 2008

Presse > 2008
Viele Fragen, wenige Antworten

Verein „Die Platte lebt“ lud zum Einwohnerforum ein

In der Meinungsküche brodelte es im Herbst, besonders im Mueßer Holz, ziemlich heftig. Das war Anlass für den Verein „Die Platte lebt“, gemeinsam mit seinen prominenten Mitgliedern Jörg Heydorn (SPD), Dr. Armin Jäger (CDU) und Helmut Holter (Die Linke) ein Einwohnerforum zu organisieren. Inzwischen hat sich der Unmut etwas gelegt, gewichen ist er jedoch nicht, denn die Antworten der Gäste, Bauminister Dr. Otto Ebnet und Oberbürgermeister Norbert Claussen, blieben meist allgemein und unverbindlich. Beide beteuerten, dass keiner die Plattenbaugebiete vergessen würde. Die vom Oberbürgermeister auf Drängen verlesene Prioritätenliste für die weiteren Bauvorhaben im Stadtteil sei unsicher, so dass er nichts versprechen könne. Doch bei der Beseitigung kleinerer Schandflecke wie die Anlagen rund um Aldi könne man nachhelfen.

Große Lobby für die Plattenbaugebiete

Der große Saal im Bürgerzentrum des Internationalen Bundes in der Keplerstraße konnte die vielen Zuhörer kaum fassen. Das Raunen war unüberhörbar, als Norbert Claussen meinte: „Wir wollen zwar keine Bürger dritter Klasse, aber wir müssen uns finanziell nach der Decke strecken. Unsere Hausaufgaben haben wir gemacht, doch nun stoßen wir an unsere Grenzen.“ Bei einer Schuldenlast von 27 Millionen Euro sei Hilfe vom Land jetzt unerlässlich. Minister und Stadtoberhaupt waren sich einig: Die Umgestaltung des Stadtteils Mueßer Holz ist noch lange nicht abgeschlossen, die finanzielle Umschichtung, etwa für die Gestaltung der BUGA, sei jedoch nur als vorübergehend zu verstehen. Die Dreescher Stadtteile besäßen mit ihren drei Landtagsabgeordneten eine nicht zu unterschätzende Lobby und würden schon dadurch nicht ins Abseits geraten. Fazit des Einwohnerforums: Auch in den kommenden Jahren wird in Stadtteilen mit besonderem Entwicklungsbedarf - das Mueßer Holz gehört seit 2002 dazu - die Sanierung fortgesetzt werden, allerdings in minderem Tempo. Helmut Holter setzte quasi einen Schlusspunkt, als er betonte: „66 Prozent aller Einwohner fühlen sich hier wohl und wollen nicht fort. Sie möchten aber das Gefühl haben, dass das Mueßer Holz genauso zu Schwerin gehört wie die City oder die Feldstadt.“ ric
„Erzähl-Cafés“ auf CD

Wie Oma auf den Fernsehturm kam

„So war das damals.“ Mit diesem Ausspruch enden viele Geschichten, die an die Nachfahren weitergegeben werden. Mit Abstand erzählt, erscheint heute vieles wie ein Abenteuer: Der Umzug ins Hochhaus ohne Fahrstuhlbenutzung. Telefongespräche, die der Nachbar mithören konnte. Gummistiefel, die nötig waren, um den Hauseingang des Plattenbaus zu erreichen. Ein Piano, das aufwändig über den Balkon in die Neubauwohnung bugsiert werden musste. Gardinenstangen, die nicht durchs Treppenhaus passten. Die Odyssee, um ein gesprungenes Toilettenbecken zu ersetzen. Ausgeloste und verschobene Wohnungen. Baumpflanzaktionen der evangelischen Jugend. Eine Explosion im Munitionsdepot der Sowjetischen Armee. Können Sie sich daran noch erinnern? Der Verein „Die Platte lebt“ hat diese Episoden in sieben Erzähl- Cafés (November 2006 - April 2007) zusammengetragen, und der freie Journalist Wolfgang Heidelk, der die AG Dreesch-Museum unterstützt, hat sie auf einer CD zusammengefasst. Die Erzählungen der Bewohner vom Schweriner Dreesch reichen bis in die Gegenwart - zur Hochhauskatze in der Friedrich-Engels-Straße, die allein mit dem Fahrstuhl zu ihrem Frauchen fährt und zur Umgestaltung des jetzigen Stadtteils Neu Zippendorf, wo die umgebauten bunten Häuser die grauen Plattenbauten aus den 70er Jahren verdrängen. Die einstündige CD, die aus dem Verfügungsfonds „Soziale Stadt“ gefördert wurde, ist kein Geschichtsabriss. Es sind Geschichten, mit denen ein Stückchen Geschichte nacherlebbar wird. Deshalb sind sie nicht nur für die, die die DDR erlebt haben, interessant, sondern auch für deren Kinder, Enkel und Urenkel. Der Verein „Die Platte lebt“ stellt die CD deshalb nicht nur den beteiligten Nachbarschaftstreffs zur Verfügung, sondern auch den Schulen. Ausleihen kann man sie ab sofort auch in der Stadtteilbibliothek am Berliner Platz. Weitere Infos: Stadtteilbüro Mueßer Holz, Tel.: 2000977. hl
Neu Zippendorf liest auch 2008

Auftakt mit einer Fotoschau

Den Auftakt zur Veranstaltungsreihe „Neu Zippendorf liest“ für 2008 gibt der Verein „Die Platte lebt“ am 20. Februar, obwohl diesmal die Augen mehr gefragt sind als die Ohren. Denn es werden Bilder gezeigt: Digitale Fotos, die im vergangenen Jahr bei Stadtteilfesten, Themen- und Trödelmärkten, Lesungen und anderen Veranstaltungen auf dem Dreesch entstanden sind. Der eine oder andere wird sich bestimmt wiedererkennen und kann, wenn er möchte, sich „sein Lieblingsfoto“ gleich ausdrucken lassen. Neben dieser Fotopräsentation des Stadtteilmanagements Neu Zippendorf/Mueßer Holz wird auch ein Kurzfilm der Kunsthochschule Medien in Köln über die Hausgemeinschaft Stralsunder Straße gezeigt, der im Mai 2007 von Helga Bahmer und Simone Friedel in Neu Zippendorf gedreht wurde. Am 12. März stellt sich dann in der Stadtteilbibliothek am Berliner Platz erneut Carola Hoffmann vor. Die Schwerinerin, die im Mueßer Holz lebt und für den Verein „Hand in Hand“ der SWG arbeitet, hatte mit ihrem Buch „Der Wind spielt mit der Lokustür“ auf sich aufmerksam gemacht. In ihrem zweiten, noch unveröffentlichten Werk, unter dem Titel „Leben oder Nebel“, geht es um zwei Frauen, die Schulfreundinnen waren. Sie treffen sich nach 30 Jahren wieder und blicken zurück - auf zwei unterschiedliche Lebenswege - im Plattenbau. Was bleibt, wenn eine von ihnen seit 30 Jahren trinkt? Mittwoch, 12. März, 18.30 Uhr. Sie sind herzlich eingeladen! hl
„Rock in da Block“ wirkte nach

Internetabstimmung und Ausstellung

Die letzte Ausstellung 2007 im Stadtteilbüro Neu Zippendorf widmete sich dem Jugendrockfestival „Rock in da Block“, das im November 2007 rund 500 Jugendliche in die Halle am Fernsehturm zog. 30 junge Leute waren diesmal über Workshops an der Vorbereitung und Durchführung beteiligt - von der Auswahl der Bands, über die Technik bis hin zum Catering. Die Finanzierung erfolgte über LOS (Lokales Kapital für soziale Zwecke). Bunt und unkonventionell dokumentierte die Ausstellung am Berliner Platz die Entwicklung der bisherigen vier Veranstaltungen - mit Fotos, Plakaten, Bannern, T-Shirts und anderen Dokumenten, liebevoll aufbereitet von Mitorganisator Steffen Mammitzsch („Die Platte lebt“). Zu den „Nachwirkungen“ gehörte auch eine Internetabstimmung zur besten einheimischen Band. Das Voting war knapp. Mit nur zwei Stimmen Vorsprung wurde „Dust Cover“ (35,5%) zum Publikumsliebling gekürt und gewann somit einen Bandworkshop der „Rock & Popschule Schwerin“. Zweiter wurde „Sonotra“ (34,9 %), vor „Wilston Cakes“ und „Strydegor“. Und während das 4. Festival noch gar nicht ganz „verdaut“ ist, werden bereits Ideen für das FÜNFTE ausgebrütet. Dafür werden schon jetzt Jugendliche gesucht, die sich an der Organisation von „Rock in da Block 2008“ beteiligen wollen. Anmelden können sie sich per EMail an rockindablock@gmx.net.
Anna-S. Schubert

Bild: Organisatoren und Förderer des Jugendrockfestivals in der Ausstellung im Stadtteilbüro (v.l.n.r. Regina Villwock, Steffen Mammitzsch, Annette Schubert, Anna-Sophie Schubert, Janett Ohlmann, Detlef Borchardt, Dimitri Avramenko)
Wertschätzung fürs Ehrenamt

Steffen Mammitzsch beim Bundespräsidenten

Steffen Mammitzsch war einer von vier Bürgern aus Mecklenburg- Vorpommern, die im Januar von Bundespräsident Horst Köhler empfangen wurden. Der 44-jährige Sachse, der Schwerin zu seiner Wahlheimat gemacht hat, setzt sich ehrenamtlich für die Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen (KISS) ein und ist im Verein "Die Platte lebt" aktiv. Er gestaltet auch die Internetseiten des Stadtteilvereins und des „Schweriner Turmblicks“. Wir sprachen mit unserem Mitstreiter:

Turmblick: Was bedeutet diese Ehrung für Dich? Steffen Mammitzsch: Ich habe zwar schon im November 2007 erfahren, dass ich für den Neujahrsempfang in Berlin vorgeschlagen wurde, habe aber nicht wirklich daran geglaubt, denn es gibt so viele ehrenamtlich Tätige. Es ist für mich wirklich eine hohe Auszeichnung und gleichzeitig spornt es mich an, weiterzumachen. Turmblick: Warst Du aufgeregt? Steffen Mammitzsch: Ja, natürlich, da wäre wohl jeder etwas aufgeregt, dem Bundespräsidenten persönlich gegenüberzustehen, ihm die Hand zu reichen und ein paar Worte wechseln zu können. Das Ganze unter Beobachtung von mehrerern Kamerateams und großem Blitzlichtgewitter. Wenn das nicht aufregend ist...? Turmblick: Was hast Du Horst Köhler mitgenommen? Steffen Mammitzsch: Am Vormittag, beim Defilee im Schloss Bellevue, hatte ich etwa zwei Minuten Gelegenheit, mit ihm zu reden, denn laut Protokoll war nicht mehr vorgesehen. Aber ich konnte ihm in der Zeit mein kleines Geschenk übergeben, u.a. auch vier unserer Stadtteilzeitungen, auf die ich ihn besonders hinwies. Turmblick: Gab es Anregungen für Dich aus den Gesprächen mit anderen Gästen? Steffen Mammitzsch war einer von vier Bürgern aus Mecklenburg- Vorpommern, die im Januar von Bundespräsident Horst Köhler empfangen wurden. Der 44-jährige Sachse, der Schwerin zu seiner Wahlheimat gemacht hat, setzt sich ehrenamtlich für die Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen (KISS) ein und ist im Verein "Die Platte lebt" aktiv. Er gestaltet auch die Internetseiten des Stadtteilvereins und des „Schweriner Turmblicks“. Wir sprachen mit unserem Mitstreiter: Steffen Mammitzsch: Erinnerung an den Empfang Steffen Mammitzsch: Dazu muss ich erst mal erwähnen, dass während des Mittagsmenüs freie Platzwahl galt. Nur Auserwählte wurden an den Tischen des Bundespräsidenten oder seiner Gattin platziert. Ich war überrascht, dass auch mir diese besondere Ehre zuteil wurde. Beim Tischgespräch mit Frau Köhler und den anderen interessanten Gesprächspartnern vergaß ich manchmal sogar zu essen. In der Kürze der Zeit wurden jedoch die Vielfalt und die Facetten solcher Ehrenämter deutlich, aber auch die Schwierigkeiten, mit denen jeder Einzelne zu kämpfen hat. Ehrenamt ist ein Weg der kleinen Schritte. Turmblick: Was wünschst Du Dir für die Zukunft? Steffen Mammitzsch: Gesund zu bleiben, meine Selbstständigkeit mit meiner Computerfirma weiter erfolgreich auszubauen, genug Zeit für ehrenamtliche Tätigkeit und dass ich auch mein Privatleben dabei nicht zu sehr vernachlässige. Ich nutze hier gleich die Gelegenheit, auch allen anderen Ehrenamtlichen danke zu sagen, auch im Verein „Die Platte lebt“, dem ich weiterhin so gute Erfolge wünsche. hl
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